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WC verstopft. Was tun?

Das Wichtigste zuerst: nicht nochmal spülen. Danach haben Sie gute Chancen, das selbst zu lösen.

4 Minuten Lesezeit · EVOTHERM, Installateure in Wien

Verstopftes WC mit stehendem Wasser in einem Wiener Bad

Zuerst: nicht nochmal spülen.

Das ist der häufigste Fehler. Das Becken ist voll, man drückt aus Reflex noch einmal die Taste — und dann steht das Wasser am Boden. Der Spülkasten merkt nicht, dass unten nichts abläuft. Er lässt trotzdem nach.

Warten Sie stattdessen. Bei den meisten Verstopfungen sinkt der Wasserstand nach zehn bis zwanzig Minuten langsam ab. Dann ist das Rohr nicht dicht, sondern nur eng, und Sie haben eine gute Ausgangslage.

Sinkt gar nichts, ist es wirklich zu. Auch das ist eine brauchbare Information.

Wenn das Becken randvoll ist

Schöpfen Sie mit einem Becher so viel ab, bis es halb leer ist. Handschuhe und ein Kübel reichen. Unangenehm, aber es verhindert, dass beim nächsten Versuch alles über den Rand geht.

Die Saugglocke, richtig angesetzt

Die Saugglocke ist das einzige Werkzeug, mit dem Sie im WC wirklich etwas ausrichten können. Sie arbeitet mit Druck und Sog, nicht mit Kraft. Deshalb kommt es auf drei Dinge an.

  1. Genug Wasser im Becken. Der Gummi muss unter Wasser sitzen, sonst zieht er Luft und es passiert nichts. Ist zu wenig drin, gießen Sie nach.
  2. Senkrecht aufsetzen. Die Glocke gehört gerade über den Abgang, nicht schräg an die Beckenwand. Sie muss rundherum abdichten.
  3. Mehrmals kräftig, nicht einmal fest. Zehn bis fünfzehn Stöße hintereinander, dabei den Kontakt zum Becken halten. Erst beim letzten Stoß ruckartig abziehen.

Eine Glocke mit Kragen, also der Gummizipfel, der in den Abgang hineinragt, hält im WC deutlich besser als eine flache Waschbecken-Glocke. Die flache dichtet in der Keramik kaum ab. Kostet ein paar Euro im Baumarkt und ist danach nicht umsonst im Haus.

Wenn es klappt, merken Sie es sofort: Das Wasser zieht mit einem Ruck ab. Dann einmal spülen und schauen, ob es sauber durchläuft.

Was nicht hilft

Chemischer Rohrreiniger

Davon raten wir ab, und nicht aus Eigennutz. In Wiener Altbauten stecken oft alte Guss- und Bleiabgänge. Die Lauge greift sie an, und eine beschädigte Leitung kostet ein Vielfaches der Verstopfung. Dazu kommt das praktische Problem: Kommt das Mittel nicht durch, steht Ihnen eine Lauge im Becken. Damit können Sie danach weder mit der Saugglocke noch mit der Hand arbeiten, und wir auch nicht, ohne das Becken vorher auszupumpen.

Und das Wichtigste: Steht Lauge im Becken, setzen Sie die Saugglocke nicht an. Der Rückstoß spritzt Ihnen das Mittel ins Gesicht, und Lauge verätzt Haut und Augen. Auch nichts nachkippen, zwei verschiedene Mittel können miteinander reagieren. Nur noch anrufen.

Draht, Kleiderbügel, Schraubenzieher

Der Impuls ist verständlich, aber im WC richtet man damit mehr Schaden als Nutzen an. Das Metall verkratzt oder schlägt die Keramik, und Kratzer im Siphon setzen sich später umso schneller zu. Vor allem aber schiebt ein Draht den Pfropf nicht heraus, sondern weiter nach hinten. Dort sitzt er dann an einer Stelle, an die Sie gar nicht mehr hinkommen.

Feuchttücher sind die häufigste Ursache

Wenn wir zu einem verstopften WC gerufen werden, sind es in den meisten Fällen Feuchttücher. Sie lösen sich nicht auf, egal was auf der Packung steht. Auch die mit „spülbar“ nicht.

Klopapier zerfällt im Wasser innerhalb von Minuten. Ein Feuchttuch bleibt ganz, verhakt sich in Muffen und Bögen und sammelt dort Fett ein. Aus mehreren Tüchern wird mit der Zeit ein fester Zopf. Bis dahin läuft das WC oft monatelang normal — und geht dann an einem Sonntag auf einmal gar nicht mehr.

Wichtig ist die Richtung: Was Sie sehen, sollten Sie herausholen, nicht weiterschieben. Mit Handschuhen greifen ist unangenehm, aber es ist der bessere Weg. Wird der Pfropf nach hinten gedrückt, sitzt er beim nächsten Mal im Fallstrang statt im Becken, und dann ist es kein Zehn-Minuten-Job mehr.

Das Gleiche gilt für

Wattestäbchen, Hygieneartikel, Katzenstreu, Küchenrolle und Zahnseide. Küchenrolle ist besonders trügerisch: Sie sieht aus wie Klopapier, ist aber auf Nassfestigkeit gemacht.

Wenn es gar nicht am WC liegt

Manchmal ist das WC nur die Stelle, an der man es zuerst bemerkt. Zwei Anzeichen sprechen dafür, dass die Verstopfung tiefer sitzt:

  • Es gluckert in der Dusche oder im Waschbecken, wenn Sie spülen.
  • Im WC steigt das Wasser, wenn die Waschmaschine abpumpt.

Beides heißt dasselbe: Luft und Wasser kommen im Fallstrang nicht mehr durch. Das ist die senkrechte Leitung, die alle Wohnungen übereinander verbindet. Das ist kein Fall für die Saugglocke und in der Regel auch nicht Ihre Sache, sondern die der Hausverwaltung. Rufen Sie dort an, bevor Sie selbst jemanden bestellen — sonst zahlen Sie eine Rechnung, die nicht Ihre ist. Fragen Sie auch bei den Nachbarn, ob es dort ebenfalls stockt. Zwei betroffene Wohnungen sind ein Argument, das bei der Hausverwaltung zieht.

Für solche Fälle arbeiten wir mit Spirale, Hochdruck und Kamera über mehrere Stockwerke. Was dabei passiert, steht auf der Seite zur Rohrreinigung in Wien. Die Kameraaufnahme bekommen Sie mit, damit die Hausverwaltung sieht, woran es liegt.

Wann anrufen

Es spricht nichts dagegen, es zuerst selbst zu versuchen. Anrufen würden wir dann:

  • Die Saugglocke hat nach mehreren Anläufen nichts bewegt.
  • Das Wasser steht seit Stunden gleich hoch.
  • Es kommt Wasser aus dem WC heraus, statt abzulaufen.
  • Andere Abläufe in der Wohnung stocken ebenfalls.
  • Es ist etwas hineingefallen, das nicht hineingehört — Handy, Schlüssel, Spielzeug. Dabei bitte nicht spülen, das schiebt es nur weiter.

Wir holen den Pfropf heraus, statt ihn tiefer zu drücken. Meist mit der Spirale durch den vorhandenen Zugang, ohne dass etwas aufgestemmt wird. Wenn es eilt, steht auf der Seite zum Abfluss Notdienst, wie es abläuft.

Und wenn Sie es selbst schaffen: gut. Dann wissen Sie beim nächsten Mal, was Sie zuerst probieren.

Was uns dazu am häufigsten gefragt wird

Wie bekomme ich das Klo ohne Saugglocke frei?

Ein Schuss Geschirrspülmittel ins Becken, dann einen Kübel heißes Wasser aus etwas Höhe nachgießen und eine halbe Stunde warten. Heiß heißt handwarm bis heiß, nicht kochend: kochendes Wasser kann die Keramik reißen lassen. Das hilft bei Papier und Fett, gegen Feuchttücher meistens nicht.

Helfen Cola, Backpulver oder Essig?

Nein. Gegen weiches Papier brauchen Sie das nicht, gegen Feuchttücher oder einen festen Pfropf richtet es nichts aus. Sie verlieren nur Zeit, in der das Wasser weiter steht.

Warum gluckert es in der Dusche, wenn ich spüle?

Weil die Luft nicht mehr durchkommt. Das deutet darauf hin, dass die Verstopfung nicht im WC sitzt, sondern tiefer im gemeinsamen Fallstrang. Dann ist es in der Regel Sache der Hausverwaltung, nicht Ihre.

Sind „spülbare“ Feuchttücher wirklich ein Problem?

Ja, auch die. Sie zerfallen im Wasser nicht wie Klopapier, sondern bleiben ganz. In Muffen und Bögen verhaken sie sich und verbinden sich mit Fett zu festen Zöpfen. Das ist die Verstopfung, die wir am häufigsten aus WCs holen.

Wer zahlt das in einer Mietwohnung?

Liegt die Verstopfung in Ihrer Wohnung, zahlen meist Sie. Sitzt sie im gemeinsamen Strang und sind mehrere Wohnungen betroffen, ist es Sache der Hausverwaltung. Was von beidem es ist, sieht man vor Ort ziemlich schnell. Wir rechnen auf Wunsch direkt mit der Hausverwaltung ab.

Passend dazu

Wenn Sie doch jemanden brauchen.

Wenn es dabei bleibt, rufen Sie an.

Schicken Sie ein Foto vom WC. Wir ordnen den Fall ein, bevor wir losfahren.