Abfluss verstopft. Was Sie selbst tun können.
Meistens sitzt es im Siphon, und meistens kriegen Sie das selbst auf. Hier steht, was hilft, und was Sie besser bleiben lassen.

Der Abwasch steht voll Wasser, oder die Dusche rinnt nicht ab. In den meisten Fällen sitzt die Verstopfung nah: im Siphon oder im ersten Rohrstück dahinter. Da kommen Sie selbst hin.
Sie brauchen dafür eine Saugglocke, einen Kübel und einen Lappen. Kein Mittel aus dem Drogeriemarkt. Warum nicht, steht weiter unten. Das ist der Teil, der in einer Wiener Altbauwohnung richtig teuer werden kann.
Zuerst: nichts mehr nachlaufen lassen.
Kein Wasser aufdrehen, keine Waschmaschine, keinen Geschirrspüler starten. Steht im WC das Wasser schon hoch, nicht noch einmal spülen. Der Spülkasten schickt mehrere Liter nach, und die stehen dann am Boden.
Die Saugglocke, richtig verwendet.
Die meisten drücken zu zaghaft und lassen den Überlauf offen. Dann passiert nichts, und das Werkzeug bekommt den Ruf, nutzlos zu sein.
- So viel Wasser im Becken, dass die Glocke unter Wasser steht. Ein paar Zentimeter reichen.
- Den Überlauf zuhalten. Das ist das kleine Loch oben im Becken, bei der Badewanne die Blende unter dem Wasserhahn. Nasser Lappen drauf, Hand fest drüber. Ohne das entweicht der Druck dort und kommt nie im Rohr an.
- Die Glocke schräg aufsetzen und flach drücken, damit keine Luft darunter bleibt.
- Zehn bis fünfzehn Mal kräftig pumpen, ohne abzuheben. Erst beim letzten Zug abziehen.
Wenn es gluckert und das Wasser abrinnt, gleich heißes Wasser nachlaufen lassen. Sonst bleibt der gelöste Pfropfen ein Stück weiter hinten hängen und Sie stehen in zwei Tagen wieder da.
Überlauf offen lassen. Sie pumpen dann Luft im Kreis. Zuhalten, und dieselbe Saugglocke wirkt plötzlich.
Heißes Wasser, nicht kochendes.
Bei Fett in der Küche hilft heißes Wasser aus der Leitung, dazu ein guter Spritzer Geschirrspülmittel. Zehn Minuten stehen lassen, dann kräftig nachspülen.
Kochendes Wasser aus dem Topf ist etwas anderes. Keramik im WC kann davon reißen, Kunststoffrohre und Klebestellen vertragen es schlecht. Der Unterschied zwischen heiß und kochend entscheidet hier, ob Sie ein Problem lösen oder eines dazubekommen.
Den Siphon aufschrauben.
Haben Sie chemischen Rohrreiniger eingefüllt, machen Sie den Siphon nicht selbst auf. Die Lauge steht dann im Bogen und verätzt Haut und Augen. In dem Fall: nichts weiter probieren, anrufen und dazusagen, welches Mittel Sie verwendet haben.
Der Siphon ist der gebogene Bogen unter dem Abwasch oder unter dem Waschbecken. Darin sammelt sich das meiste. Aufmachen ist die ehrlichste Methode, weil Sie danach sehen, was drin war.
- Kübel drunter. Es kommt mehr Wasser heraus, als Sie erwarten, vor allem wenn das Becken noch voll ist.
- Die beiden Überwurfmuttern mit der Hand aufdrehen. Meist geht das ohne Werkzeug. Sitzen sie fest, eine Rohrzange nehmen und einen Lappen dazwischenlegen, sonst reißen Sie den Kunststoff auf.
- Den Bogen abnehmen, ausleeren, mit heißem Wasser und einer Flaschenbürste auswaschen.
- Die Dichtungen anschauen. Sind sie hart oder eingerissen, gehören sie getauscht. Sonst tropft es nachher, und zwar unbemerkt in den Kasten.
- Handfest zudrehen, nicht mit Gewalt. Dann Wasser laufen lassen und mit trockenem Papier prüfen, ob die Verschraubungen dicht sind.
War der Siphon sauber und es rinnt trotzdem nicht ab, sitzt die Verstopfung weiter hinten im Rohr. Dort hilft nur noch eine Spirale.
Chemischer Rohrreiniger: lassen Sie ihn im Regal.
Das ist der wichtigste Absatz auf dieser Seite.
Die Mittel aus dem Drogeriemarkt sind starke Laugen. Sie lösen Haare und Fett, und sie greifen alles andere an, was sie berühren. In Wien ist das ein konkretes Problem: In vielen Altbauten liegen noch alte Blei- oder Stahlleitungen, dazu Muffen und Dichtungen, die seit Jahrzehnten halten. Genau dort frisst sich die Lauge hinein. Aus einer Verstopfung, die eine Stunde Arbeit gewesen wäre, wird ein Rohrschaden mit aufgestemmter Wand.
Der zweite Punkt betrifft den, der danach kommt. Bei einer festen Verstopfung kommt das Mittel meistens gar nicht durch. Dann steht die Lauge im Rohr und wartet. Der Installateur schraubt den Siphon auf und hat sie auf den Unterarmen. Er muss sie erst absaugen und neutralisieren, bevor er überhaupt anfangen kann. Das ist gefährlich für ihn, und es dauert länger. Länger heißt für Sie: teurer.
Wenn Sie schon etwas hineingeschüttet haben: kein zweites Mittel nachkippen, manche reagieren miteinander. Nichts mit der Saugglocke hochpumpen, sonst spritzt es Ihnen entgegen. Und sagen Sie es am Telefon dazu. Dann kommen wir mit Schutz und wissen, was uns erwartet.
Der Rohrreiniger kostet ein paar Euro, der Rohrtausch nicht. Im Altbau steht dieses Verhältnis besonders schlecht.
Was je nach Ort hilft.
Küche: Fett
Fett rinnt warm hinein und wird im Rohr kalt. Dann ist es fest und fängt Speisereste ein. Heißes Wasser mit Spülmittel, sonst den Siphon auf. Und der Punkt, der es dauerhaft löst: Bratfett gehört ausgekühlt in den Restmüll, nicht in den Abwasch.
Dusche und Badewanne: Haare
Haare sammeln sich mit Seifenresten direkt unter dem Ablaufgitter, meist in den obersten zehn Zentimetern. Gitter heraus, es ist gesteckt oder mit einer Schraube gehalten. Dann mit einer Pinzette oder einem schmalen Kunststoffstreifen mit Widerhaken herausziehen. Unappetitlich, aber in fünf Minuten erledigt. Ein Haarsieb darüber erspart Ihnen die nächste Runde.
WC: Feuchttücher
Feuchttücher, Hygieneartikel, Katzenstreu. Die lösen sich nicht auf, auch wenn auf der Packung „spülbar“ steht. Wichtig: nicht weiterschieben. Was Sie mit einem Stiel tiefer drücken, sitzt danach im Fallstrang, und dann ist es kein Einzelproblem mehr. Herausholen ist richtig. Handschuh an und hineingreifen, wenn Sie hinkommen. Wenn nicht, anrufen.
Wenn es nicht nur Ihre Wohnung ist.
Manches sieht aus wie eine Verstopfung in der Wohnung und ist keine. Diese drei Anzeichen sprechen dagegen:
- Es gluckert in einem anderen Abfluss, wenn irgendwo Wasser abläuft. Etwa im Bad, während der Abwasch leerrinnt.
- Im WC steigt das Wasser, während die Waschmaschine abpumpt.
- Die Nachbarn haben dasselbe Problem. Ein Zettel im Stiegenhaus klärt das schneller als jeder Versuch mit der Saugglocke.
Trifft eines davon zu, liegt es sehr wahrscheinlich am Fallstrang. Das ist das senkrechte Rohr, das alle Wohnungen übereinander verbindet. Es gehört zum allgemeinen Teil des Hauses und ist damit Sache der Hausverwaltung, nicht Ihre.
Kleine Verstopfung im eigenen Abfluss: meist Ihre Sache. Fallstrang, Steigleitung, mehrere Wohnungen betroffen: Hausverwaltung. Melden Sie es dort schriftlich, bevor Sie selbst jemanden bestellen. Dann ist der Zeitpunkt dokumentiert. Wir rechnen solche Arbeiten auf Wunsch direkt mit der Verwaltung ab.
Wann Sie aufhören sollten.
- Saugglocke und Siphon sind durch, und es rinnt immer noch nicht ab.
- Wasser tritt aus, wo es nicht hingehört. An einer Muffe, an der Wand, an der Decke beim Nachbarn unten.
- Es riecht nach Kanal, obwohl Wasser im Siphon steht.
- Mehrere Abflüsse gleichzeitig, oder es kommt etwas zurück, statt abzulaufen.
- Sie haben bereits Chemie hineingeschüttet.
Ab da wird weiterprobieren teurer als anrufen. Eine Spirale kommt dorthin, wo Sie von der Wohnung aus nicht mehr hinkommen. Und wenn dieselbe Leitung immer wieder zugeht, zeigt eine Kamera, ob das Rohr selbst schadhaft ist. Wenn es jetzt sein muss: Abfluss Notdienst in Wien, rund um die Uhr, alle 23 Bezirke.
Was Kunden uns dazu fragen.
Wie lange soll ich selbst probieren?
Saugglocke, heißes Wasser, Siphon aufschrauben. Wenn das durch ist und es immer noch nicht abrinnt, sitzt die Verstopfung weiter hinten. Ab da kommen Sie von der Wohnung aus nicht mehr hin, und weiterprobieren macht es meist nur schlimmer.
Hilft Backpulver mit Essig?
Es schäumt eindrucksvoll und hilft bei einem leichten Fettfilm. Einen festen Pfropfen aus Haaren oder Speiseresten löst es nicht. Schaden tut es aber auch keinen, im Gegensatz zu chemischem Rohrreiniger.
Warum raten Sie von chemischem Rohrreiniger ab?
Zwei Gründe. Im Wiener Altbau liegen oft alte Blei- oder Stahlleitungen, und die Lauge greift sie an. Aus einer Verstopfung wird dann ein Rohrschaden. Und kommt das Mittel nicht durch, steht es im Rohr. Der Installateur macht den Siphon auf und hat die Lauge vor sich. Er muss sie erst absaugen, bevor er anfangen kann.
Woran erkenne ich, dass es der Fallstrang ist?
Wenn es in anderen Abflüssen gluckert, wenn das Wasser im WC steigt, während die Waschmaschine abpumpt, oder wenn Nachbarn dasselbe Problem haben. Dann liegt es im gemeinsamen Strang und ist Sache der Hausverwaltung.
Wer zahlt das in einer Mietwohnung?
Eine Verstopfung im eigenen Abfluss zahlen in der Regel Sie. Liegt sie im Fallstrang oder in der gemeinsamen Leitung, ist es Sache der Hausverwaltung. Melden Sie es dort, bevor Sie jemanden bestellen, sonst bleiben Sie unter Umständen auf der Rechnung sitzen.
Wenn Sie doch jemanden brauchen.
Wenn es nicht weitergeht.
Schicken Sie ein Foto vom Abfluss. Wir ordnen den Fall ein, bevor jemand losfährt.